Ein Kunstwerk. Unbestritten. Die Kirche, der dreischiffige gotische Innenraum, der Gnadenberg. Ptujska Gora. Das Hohelied der Gotik. Die schönste Marienkirche Sloweniens. Ein Wallfahrtsort seit langem.
Ein besonderer Anziehungspunkt darin ist das Gnadenrelief mit der Schutzmantelmadonna. Vermutlich 1410. Eines der größten Meisterwerke jener Zeit. Durch Jahrhunderte hinweg thronte die Gnadengestalt über dem Haupteingang. Maria, die Empfangsdame der Kirche. Sympathieträgerin der ersten Stunde.
Einladend empfing sie die Müden und Belasteten, die Kleinen und die Großen. In ihrem "Haus" sollten sie Schutz und Sicherheit finden. Unter ihrem Mantel Geborgenheit und Frieden. Gezählte 82 Personen tummeln sich unter ihrem Schutz. Der Mantel ist groß und breitet sich über alle aus. Heute finden wir die Schutzmantel-Königin im barocken Hauptaltar. Engel halten ihren Mantel. Mit einer sympathischen Herzlichkeit und Offenheit sieht sie den Eintretenden entgegen. Auf ihrem Arm sitzt Jesus, der Sohn, der Retter, das Kind. Fürbitterin war sie in dieser Zeit, den Menschen zugetan.
Maria und der Mantel. Schutz vor Verfolgung und Bedrohung. In Ptujska Gora beten sie knieend. Die einen unter ihrem Mantel, die anderen in den Bänken.
Maria gibt Heimat. Unterschlupf und Zukunft. Bei ihr finden Menschen Ansprache und Gehör. Die Schutzherrin der Hilfesuchenden hat immer Saison.
Das Steinrelief ist wie ein Wink mit dem Zaunpfahl. Maria lüftet das Geheimnis. Unserer Kirche. Für die Menschen da sein. Besonders für jene, denen es schlecht geht. Krankheit, Schicksalsschläge, Enttäuschung, Tod.
Ein Kunstwerk der Liebe. Maria sammelt die Menschen. Versammelt sie, und wenn es sein muss, unter ihrem Mantel. Sie schützt sie und gibt ihnen Hoffnung. Damals.
Maria, die Schutzmantel-Königin.
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Helmut Loder
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