und maria trat aus ihren bildern und maria trat aus ihren bildern
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marienkalender 2004: und maria trat aus ihren bildern.
31 bilder von maria

7. Mai: Geisterfüllt und Einsgeworden

 
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Ein wunderbares Marienbild, ein Topos der besonderen Art: Mariä Heimsuchung.
Hier ein Fresko aus dem 13. Jahrhundert. Katalonien.

Zwei Frauen scheinen zusammen zu wachsen. Sie gehen aufeinander zu, begrüßen einander innig, umarmen einander. Drücken Gesicht an Gesicht.
So viel Gefühl, Herzlichkeit! Zu solch intensivem Einswerden und Miteinanderfühlen, Einander verstehen sind vielleicht nur Frauen fähig? Schwangere, die ein anderes Leben in sich spüren, es schützen und hüten. Frauen, die durch Leid und Missachtung hindurchgegangen sind.

Elisabet, die Ältere, gering geschätzt, weil sie ohne Nachwuchs war, ohne Verbindung mit der Zukunft des Volkes, ist überraschend fruchtbar geworden. Maria, die Junge, deren Schwangerschaft sie herausreißt aus ihren und aus Josefs Zukunftsplänen, aus dem allgemeinen Glück der Menschen ihrer Umgebung. Maria war auch nicht leicht ums Herz.
Sie eilt zu Elisabet, um an der scheinbar Unfruchtbaren zu sehen, dass bei Gott kein Ding unmöglich ist. Nun können die beiden Frauen einander leib-haftig spüren, miteinander teilen, was sie durchlitten haben, aber vor allem, was an Hoffnung in ihnen ist.

Die Augen rücken zusammen und sehen gemeinsam. Gemeinsam wird ihr Atem und Pulsschlag, verbunden das Leben in ihrem Schoß. Wie Maria sich ehrfürchtig zur Älteren neigt, wie Elisabet sich an die Größere schmiegt, so streben auch die Kinder in ihrem Leib zueinander. Johannes hüpft auf, bei der Begrüßung der Frauen, Jesus jauchzend begrüßend. So erzählt es die Bibel.
Da wird der Ursprung ihrer Gemeinsamkeit offenbar: der eine Geist Gottes.

Und Elisabet wird erfüllt vom Heiligen Geist, dem Geist, der Maria überschattet und das neue Leben in sie gesenkt hat. In diesem Geist spürt sie das Wirken des Geistes in Maria, spürt sie, wie Maria sich dem Geist Gottes vertrauensvoll überlässt. Um dieses Vertrauens willen preist sie Maria selig. In diesem Geist jubelt Maria über Gott, unseren Retter, wenn sie das Magnifikat anstimmt.

Nach Einswerden verlangen die vielen Vereinsamten, Getrennten, Unverstandenen, nach Einswerden sehnt sich die zerstrittene friedlose Welt.
Herr, gib uns deinen Geist, und erfülle alle Menschen mit der Sehnsucht nach deiner Liebe.

 

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Helmut Loder
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