und maria trat aus ihren bildern und maria trat aus ihren bildern
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marienkalender 2004: und maria trat aus ihren bildern.
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10. Mai: Die Madonna von Stalingrad

 
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„Licht, Leben, Liebe" schrieb der evangelische Pfarrer und Arzt Dr. Kurt Reuber auf sein Marienbild, das er Weihnachten 1942 im Kessel von Stalingrad mit Kohle auf die Rückseite einer russischen Landkarte zeichnete. Es vermittelt in seiner Schlichtheit Geborgenheit, zärtliche Liebe, Schutz.

„Als... die Kameraden eintraten, standen sie wie gebannt, andächtig und ergriffen, schweigend vor dem Bild an der Lehmwand", erzählt er. Die „Madonna von Stalingrad" hat gewirkt, drei Worte haben Mut und Trost gegeben - weil einer gegen die herrschende Stimmung auftrat, weil einer den Lauf der Dinge nicht hinnahm, weil einer es wagte, mitten im Elend ein Bild der Hoffnung zu malen. Nicht Farbe und Goldrahmen zählen, sondern das Bekenntnis, das hinter einem Bild oder einem Wort steht. Davon geht Kraft aus.

Heute sind diese Leitworte vielen fremd geworden - im öffentlichen wie im privaten Leben: statt Licht sucht man den Vorteil um jeden Preis, statt Leben ungestörten Konsum, statt Liebe Absicherung für die eigene Persönlichkeit. Wer dabei stört, muss mit Konsequenzen rechnen. Auf diesem Boden gedeihen Fremdenhass und Rassismus genauso wie Ideen von „unwertem Leben".

Aber auch heute gibt es Leute, die Zeichen der Hoffnung setzen, die sich für „Licht, Leben und Liebe" stark machen: in der Sorge für Flüchtlinge und Asy-lanten, für Behinderte und unheilbar Kranke, für soziale Gerechtigkeit, durch Zeichen weltweiter Solidarität usw. Von solchen Menschen - von Mutter Teresa bis zum freiwilligen Helfer im Altenheim, von Roger Schutz bis zum Entwicklungshelfer - geht eine Kraft aus wie damals von Maria.

Wir Christen könnten uns gerade in diesen Tagen ein Beispiel nehmen. Und die Zeichen der Hoffnung wahr nehmen und fördern. Statt im Chor der Zeitgeister mitzusingen, sollten wir in das Protest- und Mutmachlied Marias einstimmen (es steht bei Lukas l ,46-55).
Sie hat erlebt, dass Gott auf die Kleinen schaut. Sie hat sich stark gemacht für Licht, Leben, Liebe. So wurde sie zu einem Zeichen der Hoffnung. Heute sind wir dran.

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Helmut Loder
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