und maria trat aus ihren bildern und maria trat aus ihren bildern
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marienkalender 2004: und maria trat aus ihren bildern.
31 bilder von maria

12. Mai: Der Tod Mariens oder Die Pforte des Himmels

 
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Und wieder ein neues, ein anderes Marienbild: „Der Tod Mariae“, südslawisch, aus dem 16. Jahrhundert. Nicht sehr groß, 30 x 40 cm. Gustav Schörghofer SJ beschreibt das Bild. „Es ist von einem schmalen roten und einem goldenen Streifen umfangen. Es ist symmetrisch zusammengestellt: rechts und links vor einem Gebäude eine Männergruppe. Zwischen den Gruppen eine hohe Bahre, bedeckt von einem goldfarbenen Tuch über einer schwarzen Decke mit Goldfransen. Auf der Bahre liegt eine tote Frau, den Kopf auf einem roten Kissen. Sie ist in ganzer Gestalt zu sehen, lang ausgestreckt: Maria.

Die schönen Hände hat sie über die Brust gelegt. Die ganze Gestalt ist in einen roten Mantel gehüllt. Sie trägt ein grünes Untergewand und rote Schuhe. In der Mitte des Bildes steht hinter der Bahre ein junger Mann mit grünem Mantel und rotem Untergewand. Er hat den Blick zum Betrachter gewandt. Mit beiden Händen hält er ein Kind, ganz in weißes Tuch gehüllt. Rechts und links von ihm schweben in der Höhe zwei Engel, die Hände verhüllt mit weißen Tüchern. Und all das vor schimmerndem Goldgrund. Vor der Bahre in der linken Bildhälfte eine goldene Türe.

Dreizehn Männer sind um die tote Frau versammelt. Alle mit weitem Mantel und Untergewand bekleidet, rot, grün, blau, braun. Die größten Helligkeiten sind als Gold in die Farbe gesetzt. Sie alle kommen aus dem Dunkel, entfalten sich in der Farbe und berühren die Zone des Goldes. Das Haupt der toten Frau, des jüngeren Mannes und des Kindes in seinen Armen ist in eine kreisrunde goldene Fläche gesetzt. Ebenso die Köpfe der beiden Engel.

Die zu Füßen der toten Frau und um ihr Haupt versammelten Männer sind traurig still. Einer umfängt mit beiden Armen das Fußende der Bahre, einer hat ein Rauchfass, einige greifen sich trauernd an die Wange. Doch zwei von ihnen hat es plötzlich aus der Trauer gerissen. Mit ausgestrecktem Arm schauen sie zu dem jungen Mann in der Mitte des Bildes hin. Die Horizontalen dominieren im Bild. Es ist vor allem das Liegen dargestellt. Das Liegen einer toten Frau. Doch aus diesem Liegen richtet sich einer auf, der junge Mann hinter der Toten. Genau so, wie es im Bereich der Farben des Bildes das Aufglänzen des Goldes gibt, den Übergang aus der Zone der Farbe in jene des nicht fassbaren Glanzes.

Die Tote und die dreizehn Männer. Ich habe dieses Bild sehr gern. Maria, Jesus mit ihrer Seele in Gestalt eines Kindes im Arm, die Engel mit den aus Ehrfurcht verhüllten Händen, die Schar der Apostel, still, traurig und staunend zugleich. Das Tor kann auf Jesus (»Ich bin die Tür«) oder auf Maria (»Pforte des Himmels«) bezogen werden.“

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Helmut Loder
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