Auf dem Platz der „Frauenbirke“ steht heute eine Kirche. Stattlich, aber nicht überdimensioniert. Die Wallfahrtskirche Klein-Mariazell. Im oststeirischen Eichkögl. Ein kleiner verträumter Ort. Umgeben von grünen Hügeln. Ziel vieler Pilgergruppen, besonders am 13. jeden Monats.
In diesen Tagen schaut die Öffentlichkeit gebannt nach Mariazell. Dort gibt es neue Superlative. Tausende Wallfahrer, so viele wie noch nie. Ein gewaltiger Ansturm aus ganz Europa. Vorwiegend aus den neuen EU-Mitgliedsstaaten. Der Mitteleuropäische Katholikentag kommt in die „Zielgerade“. Marianisch ist er ausgerichtet. Die Gnadenmutter von Mariazell steht im Herzen Europas. Heute ist sie DER Mittelpunkt. Beeindruckend, was sie bewirkt. Die Mutter unseres Herrn. Nach 2000 Jahren. Wunder-bares verströmend. Versöhnend. Das Original. Tut, was ER euch sagt.
Klein-Mariazell steht nicht im Rampenlicht. Dafür aber bei vielen Mariengläubigen hoch im Kurs. Im Alltag des Glaubens. Nicht nur zu Festzeiten. Gewiss: Klein-Mariazell ist eine Kopie. Ein Ableger. Kindliches Vertrauen steht am Beginn. Die kleine Theresia Payer nimmt 1828 ein Bild der Gnadenmutter mit nach Hause. Pflanzt eine Birke und bringt das Bild daran an. Die Menschen beten davor. Sie verspüren Kraft und Trost. Eine wundersame Genesung in Krankheit und Verzweiflung, ein Gelöbnis, aus dem Bildstock wird eine Kapelle. 1890 sogar eine Kirche. 1926 wird Eichkögl eine eigene Pfarre. Kaum 100 Einwohner zählt der Ort. Maria zieht die Menschen an.
Maria im Hochaltar. Ein Relief. Dem Vor-Bild von Mariazell nachempfunden. Eine Besonderheit sind die zwei Engel mit dem Sternenkranz. Maria, dargestellt mit einem zarten Gesicht und der obligatorischen Krone. Königin des Himmels. Oder was immer man dafür hielt. Maria im Festkleid. Glockenförmig, steif und fest eingewickelt. Im Hintergrund die Strahlen der Gnade, der Freude, des Lichts. Starre Künstlichkeit. Und trotzdem zieht sie die Menschen in ihren Bann. Seltsam.
Maria hat ihrem Sohn vertraut. Das war nicht immer leicht. Auch für die Menschen von heute ist es nicht leicht, zu glauben, zu vertrauen. Der Liebe Gottes zu trauen. Wir sollten uns aber von dieser Mutter des Vertrauens – ob in Mariazell oder Eichkögl – ermutigen lassen, es immer wieder von neuem zu versuchen. Ein Leben in der Sicherheit einer Überzeugung, dass Gott jeden von uns liebt. Ohne Maß. Vielleicht ist das das Geheimnis der Maria in Mariazell, Eichkögl oder anderswo …?!
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Helmut Loder
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