und maria trat aus ihren bildern und maria trat aus ihren bildern
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marienkalender 2004: und maria trat aus ihren bildern.
31 bilder von maria

31. Mai: Maria – die Geheimnisvolle

 
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Maria. Ein letztes Mal in diesem Mai. Einfach Maria.
Es waren unterschiedlichste Bilder, aus denen Maria uns entgegentrat. Viele Versuche sind einleuchtend gewesen, verständlich, nachvollziehbar. Manche Darstellungen eher ein Anstoß. Neu nachzudenken über jenes Mädchen, jene junge Frau Mirjam vor 2000 Jahren.

Ein letztes Mal eine Marienandacht. Besinnung. Das Bild dazu, ein Ausschnitt einer Fotografie. Das Gesicht eines Mädchens. Von heute. Nur ein Teil. Die seitliche Gesichtshälfte, die Mundpartie. Es kam beim Logo des heurigen Kalenders in verfremdeter Form vor. Maria im Dunkel. Im Dunkel der Zeit. Der Geschichte. Die Geheimnisvolle. Die letztlich Unbekannte. Karge Berichte in der Bibel. Zahllose Ausschmückungen, Ergänzungen. Bildhaftes. Legenden.

Tatsache aber ist: Vor deinem Bild, Maria, beten noch immer die Glücklichen
und spiegeln die Freude der tausend Farben wider,
in denen du mit dem Kind stets neu dargestellt wirst.

Vor deinem Bild beten besonders die Traurigen, die in deine Tränen über den Sohn
auf dem Schoß die eigenen Tränen immer neu einfließen lassen.

Vor deinem Bild beten auch die Aufmerksamen und Sehnsüchtigen,
die sich Tag für Tag neu auf den Weg des Glaubens machen,
wie du es vor 2000 Jahren getan hast.

Vor deinem Bild flackern unzählige Lichter und erzählen von Freude und Leid,
von Verlust und von Liebe, von Vertrauen und Hoffnung in unsere Bitten.

Vor deinen Bildern an ungezählten Orten beten seit Generationen immer neu Menschen und finden in deiner Nähe Heimat, die gut tut.

Maria tritt aus ihren Bildern. Das ist gut und wichtig. Nur so entgehen wir der billigen Verkitschung und Erstarrung im Glauben. Kurt Marti hat mit seiner Textzeile die Parole ausgegeben, und die Richtung angegeben: Maria muss aus ihren falschen, zu kurz greifenden Bildern und Vorstellungen heraustreten.

später viel später / blickte maria / ratlos von den altären

auf die sie / gestellt worden war

und sie glaubte / an eine verwechslung …

und sie bangte / um ihren verstand

als immer mehr leute / auf die knie fielen vor ihr

am tiefsten / verstörte sie aber / der blasphemische kniefall

von potentaten und schergen / gegen die sie doch einst / gesungen hatte voll hoffnung

Maria kletterte von ihren Altären herab. Marias Geschichte ist nicht zu Ende, und die Hoffnung, die sie verkörpert, hat zu jeder Zeit ihre eigene Gestalt.

Vielleicht sehen wir uns wieder, im Mai 2005. Beim nächsten Kalender für und über Maria!

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Helmut Loder
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